8. November 2012 | Pressemitteilungen | Thema: -- Allgemein -- | Region: Bayern
Pressemitteilungen (07.11.2012). Die Grünen im Bayerischen Landtag fordern die Staatsregierung auf, seriöse Veröffentlichungen von NS-Machwerken konstruktiv zu begleiten. „Ich verstehe gut, dass Menschen, die den braunen Terror am eigenen Leib erfahren mussten, einen Horror vor der Vorstellung haben, dass das Buch, das am meisten für die menschenverachtende Ideologie der Nazis steht, wieder frei gehandelt werden kann“, erklärt der Abgeordnete Thomas Mütze aus Aschaffenburg. „Aber wir dürfen nicht unvorbereitet sein, wenn 2015 der Urheberrechtsschutz des Freistaats ausläuft.“ Verbote seien hier nicht zielführend. Bereits Mitte 2010 seien sich Experten auf einer von den Grünen initiierten Landtagsanhörung zu einer Neuauflage von „Mein Kampf“ weitgehend einig gewesen, dass ein Verbot hinsichtlich Didaktik, Wirkung und Politischer Bildung kontraproduktiv sei.

Mütze gibt zu Bedenken, dass ein Verbot die NS-Schriften mit einer „mythischen Aura“ versehe und zudem Neonazis vom Erwerb von NS-Werken nicht abhalten werde. „Was uns Sorge machen muss, ist die heutige Neonazi-Propaganda und die Umtriebe der heutigen Neonazis. Deshalb plädieren wir wieder einmal für den offensiven, demokratisch selbstbewussten Umgang mit diesen Machwerken.“ Sonst bestünde die Gefahr von nicht kritisch kommentierten Nachdrucken, die eben nicht Aufklärung zum Ziel haben.