6. November 2012 | Pressemitteilungen | Thema: -- Allgemein -- | Region: Bayern
Pressemitteilungen Die Grünen im Bayerischen Landtag sehen Bayern nicht als Vorreiter, sondern als Schlusslicht, wenn es um Klimaforschung geht. „Leider hat die bayerische Staatsregierung die Potentiale in der Klima- und Energiepolitik über Jahrzehnte verschlafen“, erklärt der Aschaffenburger Abgeordnete Thomas Mütze. Die früheren CSU- und bis vor kurzem auch die CSU/FDP-Regierung glaubten sich wegen des hohen Anteils an Atomstrom auf der sicheren Seite und in Untätigkeit verharren zu können.

Inzwischen habe die Staatsregierung die Notwendigkeit zum Handeln wenigstens erkannt, aber eine völlig falsche Herangehensweise: „Das Hauptmanko bayerischer Klimapolitik ist, dass sie rein technologisch vorgeht und nicht einmal Fragen zum geänderten Nutzerverhalten einbezieht, sondern dass so getan wird, als könne alles so weitergehen, wenn nur die Technik ein bisschen nachgebessert wird.“ Forschung nur auf Technologieentwicklung und wirtschaftlich Verwertbares zu konzentrieren sei falsch. Sie müsse Vorschläge erarbeiten dafür, wie sich Gesellschaft und Wirtschaft ändern müssten, um klimaverträglich zu sein.

Thomas Mütze: „Bayern ist bei der Energiewende im Bundesvergleich überall da Spitze, wo unsere interessierte Bevölkerung die Sache selbst in die Hand nehmen konnte, nachdem die damalige rot-grüne Bundesregierung die Weichen entsprechend gestellt hatte.“ In den Feldern, in denen die Staatsregierung allein die Verantwortung trage, liege der Freistaat dagegen zurück. Beim „Bundesländervergleich zur Energiewende“ von Trend-Research (März 2012) kommt Bayern bei den Forschungsausgaben für Erneuerbare Energien relativ zum BIP auf den letzten Platz, bei den Studiengängen im Bereich Erneuerbare Energien auf den vorletzten. „Bayern hat ein enormes Potential an Forschungs- und Entwicklungskapazitäten, das nur darauf wartet, frei gesetzt zu werden.“