3. August 2017 | Aktuelles | Thema: Gesundheitspolitik, Familienpolitik | Region: Bayern
Aktuelles http://www.br.de/nachrichten/niederlande-eier-insektizid-100.html

Holländische Ekel-Eier Auch Bayern betroffen

Der Eier-Skandal in den Niederlanden hat Bayern erreicht: Wie das Bayerische Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) mitteilte, wurden mit dem Insektizid Fipronil belastete Eier auch nach Bayern geliefert. Zuvor hatte es noch geheißen, Bayern sei nicht betroffen.
Von: Antje Dörfner, Simon Emmerlich
Stand: 02.08.2017 |Bildnachweis
Wo und ob noch entsprechende Eier bestimmter Chargen in den Regalen liegen, ist noch unklar. Das LGL wurde aus Brandenburg über Lieferwege nach Bayern informiert. Ein mit dem Insektizid Fipronil kontaminiertes Reinigungsmittel war in den Niederlanden auf vielen Hühnerhöfen verwendet worden. In Bayern wird nun ermittelt, ob betroffene Eier noch im Verkauf sind. Laut deutschem Bundesinstitut für Risikobewertung sind die Werte der belasteten Holland-Eier bei normalen Verzehrmengen ungefährlich. Dennoch sollten die Eier vorsorglich nicht verzehrt werden, so das LGL. Für Kinder besteht aber tatsächlich eine erhöhte Gesundheitsgefahr. In höheren Dosen kann Fipronil zu Augenreizungen oder Übelkeit und Erbrechen führen.
“Nach heutigem Erkenntnisstand handelt es sich um Eier mit den folgenden Printnummern: 1-NL-4331901, 1-NL-4035701, 1-NL-4339912, 1-NL-4339301. Diese sollten vorsorglich nicht konsumiert werden.”
Aus der LGL-Pressemitteilung, die dem BR vorliegt
Das Insektizid Fipronil wird auch bei Hunden und Katzen gegen Ungeziefer eingesetzt und ist für Menschen giftig. Es darf deshalb nirgendwo eingesetzt werden, wo es in die Nähe von Lebensmitteln gelangen könnte.
Vor allem NRW und Niedersachsen betroffen
Die niederländischen Behörden hatten zwischenzeitlich die dortige Bevölkerung generell vor Eierverzehr gewarnt. Inzwischen wurde die Warnung aber wieder abgeschwächt – auf die Eier der betroffenen 27 Betriebe. Hunderttausende belastete Eier sind zudem nach Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen exportiert worden. Denn Deutschland kann seinen Eier-Bedarf nur zu rund zwei Dritteln selbst decken, der Rest kommt aus Nachbarländern Ländern wie den Niederlanden, Belgien oder Polen.
Fipronil auch in deutschen Betrieben benutzt
Das giftige Insektizid Fipronil wurde auch in mindestens fünf deutschen Betrieben benutzt, wie das niedersächsische Landwirtschaftsministerium in Hannover mitteilte. In einem Betrieb wurden Spuren des Stoffes in den Eiern gefunden. Mit dem Insektizid Fipronil belastete Eier aus den Niederlanden wurden zudem möglicherweise nach Hessen geliefert, wie die Behörden mitteilten. Im Bundesland Bremen sind ebenfalls Eier aufgetaucht, die mit Fipronil belastet sind.
Erste Händler nehmen NL-Eier aus dem Verkauf
Der Lebensmittelhändler Rewe und seine Discounttochter Penny nehmen Eier aus den Niederlanden nach eigenen Angaben vorsorglich aus dem Verkauf. “Sollten Kunden bereits Eier mit der Kennzeichnung NL bei uns gekauft haben, so können sie diese zurückgeben und bekommen den Verkaufspreis erstattet”, erklärte der Leiter des Qualitätsmanagements, Klaus Mayer. Die niederländische Lebensmittelaufsichtsbehörde NVWA untersucht nun auch solche Nahrungsmittel auf Spuren von Fipronil, die Eier enthalten wie Mayonnaise, Pasta oder Eis.