19. Juli 2017 | Aktuelles | Thema: Umweltschutz | Region: Aschaffenburg, Bayern, Unterfranken
Aktuelles Nach der Entscheidung des Kabinetts gegen einen Nationalpark in Spessart oder Steigerwald unterstützen DIE GRÜNEN in Unterfranken nach wie vor die Einrichtung eines 3. bayerischen Nationalparks im Regierungsbezirk, so eine gemeinsame Pressemitteilung der beiden Landtagsabgeordneten Kerstin Celina und Thomas Mütze. Der Miltenberger Landrat Jens Marco Scherf und die Bezirksvorsitzende Dr. Manuela Rottmann sind der Auffassung, dass mit Steigerwald, Spessart und Rhön drei grüne Naturschätze, die eines Nationalparks würdig sind, vorhanden wären. „Die Buchenwälder in Spessart und Steigerwald haben für Deutschland eine herausragende Bedeutung als besonderer Natur- und Lebensraum und sind besonders gut als unterfränkischer Nationalpark geeignet.“ Die Rhön habe bereits mit dem Biosphärenreservat gezeigt, dass Naturschutz und regionale Entwicklung sich gegenseitig fördern.

MdL Celina: „Statt große Flächen zu betonieren, müssten wir große Flächen schützen, um Naturschutz, Klimaschutz und Artenschutz endlich voranzubringen. Wir brauchen dringend ein überzeugendes Naturschutzkonzept für ganz Bayern, stattdessen versucht die CSU mit viel Getöse ein möglichst kleines Schutzgebiet irgendwo unterzubringen, um den Eingriff in die Alpen am Riedberger Horn zu kaschieren.“

MdL Mütze: „Neben einer von Anfang an dilettantischen Vorgehensweise, hat die Bayerische Staatsregierung eine Machbarkeitsstudie für alle ins Rennen geschickten Gebiete verweigert und somit ein faires und transparentes Auswahlverfahren verhindert.“ Die Unterfränkischen GRÜNEN sind sich sicher: Die Entscheidung im Kabinett heute war eindeutig politisch und nicht naturschutzfachlich motiviert. Fachliche Kriterien wurden hinten an gestellt. Mütze fordert, dass nun die Mittel für die Naturparke in Bayern im Nachtragshaushalt aufgestockt werden, damit dem Naturschutz in der Fläche größerer Raum gegeben werden kann.

Jens Marco Scherf, Landrat in Miltenberg: „Im Landkreis Miltenberg gibt es neben massiver Ablehnung auch leidenschaftliche Unterstützung für das Projekt eines Nationalparks. Zum einen vermisse ich eine ausreichende und sachlich vertiefte Debatte, zum anderen ein verlässliches flächendeckendes Meinungsbild der gesamten Region. Unabhängig von der Entscheidung des Ministerrats zeigt die hohe Betroffenheit das große Interesse der Menschen an mehr Natur- und Artenschutz im Spessart. Diesem Auftrag aus der Bevölkerung muss die Politik in den kommenden Monaten gerecht werden!“

Dr. Manuela Rottmann, Bezirksvorsitzende: „Da nun nur noch die Rhön in die Konzeptphase aufgenommen wurde, sind wir der Auffassung, dass in Spessart und Steigerwald weitere Unterschutzstellung von wertvollen Flächen, zeitnah stattfinden muss. Im Steigerwald muss der „Hohe Buchene Wald“ jetzt dringend unter Schutz gestellt werden, damit unsere Kinder und Enkel diese besondere Waldlandschaft noch erleben können.”

Bezirksrätin und Diplombiologin Bärbel Imhof, Lohr: „Im Spessart kann das durch Trittsteinkonzepte oder das Anstreben eines Biosphärenreservates geschehen.“ Wichtig sei, dass eine nachhaltige Bewirtschaftung des Staatswaldes in ganz Bayern und zwar möglichst flächendeckend erreicht werde. Eine generelle Herausnahme von 10% schutzwürdiger Waldflächen aus der Nutzung, würde sehr viel für die Biodiversität bringen.

Kreisrat Thomas Vizl, Gerolzhofen: „Im Steigerwald ist die Bevölkerung weiter als die CSU und die Staatsregierung, so dass mittelfristig die Ausweisung eines Nationalparks oder eines Biosphärenreservats angestrebt werden kann. Wir haben weiterhin das Ziel den Steigerwald als Weltnaturerbe auszuweisen.“