11. Juni 2015 | Anfragen und Anträge | Thema: Energie, Umweltschutz | Region: Bayern

Anfrage

von Thomas Mütze

Welches Potential sieht die Staatsregierung im Einsatz von sogenannter Biokohle zur Energieerzeugung in Bayern, wie bewertet sie die Pilotprojekte verschiedener Energieversorger in Deutschland in diesem Bereich und welche Anstrengung unternimmt die Staatsregierung, um diese Technologie in Bayern voranzubringen?

Thomas Mütze, 10.06.2015

Beantwortet: Bayerisches Staatsministerium für Wirtschaft und Medien, Energie und Technologie 10.06.2015

Antwort des Bayerischen Staatsministeriums für Wirtschaft und Medien, Energie und Technologie Das Prinzip der Hydrothermalen Carbonisierung (HTC) erzeugt in 8-12 Stunden aus Biomasse Kohle. Vergleichbar entsteht Braunkohle in der Natur durch Druck und Temperatur in 50.000 bis 50 Mio. Jahren. In Folge dessen kann es für das Potential von Biokohle nur ein entsprechendes Potential wie für Biomasse geben. Dieses ist mit 190 PJ (124 PJ aus fester Biomasse sowie 66 PJ aus Klärgas und Bio-gas) von insgesamt 2.059 PJ Primärenergieverbrauch (2013) bereits relativ hoch ausgeschöpft. Jede Verkohlung bedeutet einen zusätzlichen Umwandlungsschritt gegenüber be-stehenden Techniken (Verbrennung, Vergasung, Biogaserzeugung) und ist damit mit Wirkungsgradverlusten verbunden. Die Umwandlung von als Energieträgern bereits geeigneten Biomassen in Biokohle ist aus heutiger Sicht nur in besonderen Anwen-dungsfällen, die reine Kohle als Energieträger benötigen, in Erwägung zu ziehen. Sie ist meist mit aus Umweltschutzsicht schwierigen Begleitprodukten verbunden und konkurriert grundsätzlich mit Kohlen aus fossiler Herkunft. Pilotprojekte verschiedener Energieversorger sind unter diesem Aspekt einzuordnen. Projekte zum Einsatz von Biokohle zur Energieerzeugung sind aus vorgenannten Gründen von der Bayerischen Staatsregierung nicht vorgesehen