26. September 2012 | Pressemitteilungen | Thema: Gesundheitspolitik | Region:
Pressemitteilungen Die Grünen im Bayerischen Landtag kritisieren die Maßnahmen von Bundesverbraucherschutzministerin Ilse Aigner gegen den Antibiotika-Einsatz in der Tiermast als wirkungslos. „Die von Bundesministerin Aigner geplante zentrale Datenbank für den Antibiotika-Einsatz wird nicht zu dessen Senkung führen“, ist sich der Grüne Aschaffenburger Abgeordnete Thomas Mütze sicher. Zum einen würden die Daten sowohl bei den TierärztInnen als auch den Bäuerinnen und Bauern bereits vorliegen, sie müssten nur erfasst und ausgewertet werden. „Dann hätten wir schnell verwertbare Ergebnisse und müssten nicht zwei bis drei Jahre darauf warten.“ Zum anderen werde in dieser Zentraldatei nur die Häufigkeit der Antibiotika-Anwendung und nicht die Tage, an denen die Tiere unter der Wirkung von Antibiotika während ihres Lebens stehen, erfasst. „Damit ist auch die Zahl der Anwendungen, die als Vergleichsmaßstab unter den Betrieben genutzt werden soll, wenig aussagekräftig.“

Kritisch sehen die Landtagsgrünen auch den Durchschnittswert, der angewendet werden soll: „Erstens sind nur reine Mastbetriebe meldpflichtig. In über 75% dieser Betriebe ist der Antibiotika-Einsatz zu hoch ist, wie Studien in NRW und Niedersachsen belegen“, erklärt Thomas Mütze. Zweitens solle nur gehandelt werden, wenn der Einsatz deutlich über dem Durchschnitt liege. „Wir befürchten, dass der erhobene Durchschnitt an sich schon viel zu hoch wird, so dass wohl nur ganz wenige Betriebe etwas ändern müssten.“

Die Landtagsgrünen fordern Ministerin Aigner darum auf, statt solchen Blendwerks ein klares Reduzierungsziel zu formulieren und um dieses zu erreichen, eine deutliche Absenkung der zulässigen Besatzdichte und der Bestandgrößen in der industriellen Tierhaltung vorzuschreiben. „Absolut nicht nachvollziehbar ist es, dass Gesundheitsminister Huber zwar auf der von seinem Haus im LGL in Erlangen organisierten Tagung zum Thema Antibiotika-Resistenz die Problematik des missbräuchlichen und leichtfertigen Antibiotika-Einsatzes als großes Problem aufzeigte, dann aber diesem, zur Senkung des Antibiotika-Verbrauchs in der Nutztierhaltung völlig untauglichen Versuch von Frau Aigner großes Lob zollt.“