27. August 2014 | Pressemitteilungen | Thema: Gesundheitspolitik, Umweltschutz | Region: Aschaffenburg, Unterfranken
Pressemitteilungen „Die Situation des Grundwassers in Unterfranken ist absolut unbefriedigend“, erklärt der Grüne Aschaffenburger Landtagsabgeordnete Thomas Mütze. Die europäische Wasserrahmenrichtlinie aus dem Jahr 2000 fordert einen „guten Zustand“ des Grundwassers bis zum Jahr 2015. Zu diesem „guten Zustand“ zählt ein Nitratgehalt unter 50mg/l. Schon bei der ersten Bestandsaufnahme im Jahr 2004 zeigte sich, dass in weiten Teilen Unterfrankens dieser gute Zustand aufgrund der Nitrateinträge aus der Landwirtschaft bis 2015 nicht erreicht werden kann. Die neuerliche Bestandsaufnahme 2013 zeigt erschreckenderweise noch eine weitere Verschlechterung, die Risikogebiete mit zu hohem Nitratgehalt haben vor allem nördlich von Schweinfurt sogar noch zugenommen und die Wasserwirtschaft glaubt nicht einmal mehr, dass sie die Nitratwerte in weiten Teilen Unterfrankens bis 2021 unter 50mg/l drücken kann. Dies bedeutet 20 Jahre Stillstand bei einer effektiven Grundwassersanierung. Besorgniserregend sind auch die Einzelergebnisse. So liegen im Gipskeuper im Bereich Mainbernheim 13 Messstellen von 20 im Median über der vertretbaren Grenze von 50mg/l und im Quartär westlich Aschaffenburg 3 von 7 Messstellen darüber. Natürlich hat dies auch Konsequenzen auf die Trinkwasserversorgung Unterfrankens. Kein anderer Regierungsbezirk in Bayern hat so hohe Nitratgehalte im Trinkwasser. Fünf Wasserversorger in Unterfranken müssen ihr Grundwasser entsprechend aufbereiten um den Nitratwert zu senken, damit es überhaupt als Trinkwasser abgegeben werden darf. Hier zeigt sich ganz deutlich eine verfehlte Agrarpolitik der letzten Jahrzehnte. Es fehlen klare Vorgaben und Kontrollen zur Stickstoffdüngung und es fehlen ausreichende Anreize für die Umstellung auf ökologische Landwirtschaft. Thomas Mütze: „Genau dort wo die Nitratprobleme in Unterfranken am Größten sind, ist die ökologisch bewirtschaftete Fläche am geringsten!“ Zahlen müssen diese Fehlentwicklungen die BürgerInnen, deren Wasser mit teuren Osmoseanlagen aufbereitet werden muss. Auch die Umwelt leidet, wenn aus Quellen nur mehr nitratbelastetes Wasser sprudelt und von Grünalgenmatten, die diese Nährstoffe lieben, umsäumt wird.

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