23. April 2014 | Pressemitteilungen | Thema: Integration, Bildungspolitik | Region: Aschaffenburg, Bayern, Unterfranken
Pressemitteilungen München 23.4.2014. „Der Freistaat hat großen Nachholbedarf bei der Betreuung jugendlicher Flüchtlinge“, schlussfolgert der unterfränkische Landtags-Grüne, Thomas Mütze, aus der Antwort des Sozialministeriums auf eine schriftliche Anfrage seiner Grünen Kollegin Christine Kamm. Bayern sei das letzte Bundesland, das den Systemwechsel vollziehe und unbegleitete Jugendliche in Jugendhilfeeinrichtung unterbringe: „Zur Zeit sind immer noch etwa 100 von ihnen ohne angemessene Betreuung in Gemeinschaftsunterkünften einquartiert.“

Nach wie vor fehle es an weiteren Jugendhilfeplätzen in den einzelnen Landkreisen. Während München beispielsweise 24 Einrichtungen anbiete, stünden in manchen Bezirken wie Unterfranken oder Niederbayern nur drei Einrichtungen zur Verfügung. Thomas Mütze: „Wir brauchen mehr geeignete Träger, auch außerhalb Münchens. Die Landkreise, vor allem in Unterfranken, Oberfranken und der Oberpfalz, müssen mit anpacken.“

Bislang werden zudem keine Daten zum Schulerfolg von Flüchtlingen erhoben. „Das ist sehr bedauerlich, denn so werden Defizite nicht erkannt und es wird erst recht keine Abhilfe geschaffen.“ Nach Auffassung der Landtags-Grünen müsse dringend geprüft werden, wo Bildung und Ausbildung von Flüchtlingen noch verbessert werden könne. „Wir wissen nur, dass viele Angebote an den Schulen und Berufsschulen unzureichend und nicht immer angemessen sind“, so Thomas Mütze. Um die Bildungssituation der Flüchtlinge zu verbessern, müssten Best-Practice-Modelle – wie die Münchner Schlau-Schule – mehr Verbreitung finden. „Alle jungen Menschen müssen ausreichend auf ein Berufsleben vorbereitet zu werden, sonst schadet der Freistaat nicht nur den jungen Flüchtlingen, sondern auch sich selbst.“