14. April 2014 | Anfragen und Anträge | Thema: -- Allgemein -- | Region: Bayern

Anfrage

von Thomas Mütze

Frage 1: Welche Schäden sind in den letzten fünf Jahren am Schloss Neuschwan-stein entstanden? Antwort: Übliche Witterungsschäden an außen liegenden Bauteilen, Abnutzungs-schäden durch Schlossbesucher, Lichtschäden an den Textilien bis zur Montage eines Lichtschutzes an den Fenstern im Schlafzimmer (2009) und Wohnzimmer (2011) sowie Rissbildung an sechs Fensterscheiben. Frage 2: Welche Renovierungs- und Sanierungsarbeiten wurden in den letzten fünf Jahren durchgeführt, mit der Bitte um a) Angabe der Art der Arbeiten, b) der veranschlagten Kosten und c) der angefallenen Kosten Antwort: Durchgeführt wurden in den letzten fünf Jahren diverse Bauunterhaltsmaß-nahmen (Titel 519 01; Kosten rd. 1,65 Mio. €). Die Fassadensanierung und statische Instandsetzung erfolgte im Rahmen einer großen Baumaßnahme (Titel 725 03). Die Maßnahme wurde im Au-gust 2013 mit Gesamtkosten von rd. 5,38 Mio. € abgeschlossen. • 1. und 2. Bauabschnitt: Durchführungszeitraum 2000 – 2003 o Sanierung der Innenhof-Fassaden o Sanierung der Außenfassaden Viereckturm und Ritterbau • 3. bis 5. Bauabschnitt: Durchführungszeitraum 2008 – 2013 o Sanierung Südfassaden Palasbau und Kemenate o Statische Ertüchtigung der Neuschwansteinstraße zwischen Schlossrestaurant und nordseitigem Schlossvorplatz o Sanierung der straßenbegleitenden Stützmauer zwischen Schlossrestaurant und nordseitigem Schlossvorplatz o Sanierung West- und Nordfassade Palasbau o Neuasphaltierung Nördl. Schlossvorplatz Weiter wurden bzw. werden kleine Baumaßnahmen (Titel 701 01) im Schloss und dessen Umfeld durchgeführt. Hierbei handelt es sich aktuell um die Verbesserung des baulichen Brandschutzes (Kosten rd. 0,44 Mio. €) sowie die Neugestaltungen des Zimmermannsplatzes (Fertigstellung 2009; Kosten rd. 0,24 Mio. €) und des Kutschenwendeplatzes (Fertigstellung 2013; Kosten rd. 0,51 Mio. €) zur Verbesserung des Besucherservices. Weiterhin konnten im Schloss in den Jahren 2009 und 2011 in den Prunk-räumen Maßnahmen zum Schutz der Innenausstattung umgesetzt werden (Kosten ca. 0,38 Mio. €): Konservierung und Restaurierung der textilen Aus-stattungen des Schlafzimmers und des Wohnzimmers, Anbringung eines Lichtschutzes an den Fenstern, gläserne Tastschutzelemente, um die res-taurierten Textilien zu schützen und den Besuchern uneingeschränkte Sicht auf die Exponate zu ermöglichen. Frage 3: Welche Schäden sind auf Grund der durchgeführten Renovierungs- und Sanierungsarbeiten wann entstanden und wann werden diese, auf welche Art behoben, mit der Bitte um a) Angabe der Art der Arbeiten und des jeweiligen Schadens, b) der veranschlagten Kosten und c) der angefallenen Kosten Antwort: Überschlägig wurden 157 historische Glasscheiben im Schloss ermittelt, bei denen Lichtschutz aus Acrylgläsern vorgesetzt wurde. Von diesen histori-schen Gläsern weisen sechs Scheiben neue Sprünge auf, wobei bei fünf Scheiben die Schäden auf den neuen Lichtschutz zurückzuführen sein könnten. Für die Restaurierung stehen verschiedene Klebeverfahren zur Verfügung, die die Risse nahezu unsichtbar stabilisieren (Kosten je Fenster ca. 250 €). Frage 4: Aus welcher Zeit stammen die Fensterscheiben, die zerstört wurden und sind dabei Originalscheiben aus dem 19. Jahrhundert? Antwort: Bei den Fensterscheiben handelt es sich um originale Scheiben aus der Er-bauungszeit. Die Scheiben sind nicht zerstört, sondern können nahezu un-sichtbar geklebt werden. Frage 5: Welche vorbeugenden Maßnahmen werden seitens der Schlösser- und Seenverwaltung ergriffen, um weiteren Schäden an Fenstern und durch Schimmel vorzubeugen? Antwort: Nach Bekanntwerden der Schäden an den Fenstern wurde der Lichtschutz aus Acrylgläsern vorsorglich abgenommen. Um in Zukunft Temperatur-schwankungen ausgleichen zu können, wurden an den unteren Kanten der Acrylgläser zusätzlich Aussparungen vorgenommen, um eine maximale Hin-terlüftung zu gewährleisten. Bis auf die südseitigen Sängersaal-Fenster wurde der Lichtschutz wieder eingebaut. Seit Juli 2011 laufen kontinuierliche Klimamessungen in den Prunkräumen von Schloss Neuschwanstein. Die bisherigen Messungen und Auswertun-gen ergaben massive Klimaschwankungen. Generell wurde bisher nur eine sehr geringe und lokal begrenzte Schimmelbildung beobachtet. Im Erker des Wohnzimmers bestehen bereits seit langer Zeit Feuchteprobleme, de-ren Ursache in der baulichen Exposition des Erkers liegt. Im Rahmen der laufenden Untersuchung möglicher Klimaverbesserungen im Schloss sollen Lösungsansätze erarbeitet werden. Frage 6: In welcher Weise werden die Räumlichkeiten des Schlosses belüftet? Antwort: Das Restaurierungszentrum der Schlösserverwaltung hat ein detailliertes Lüftungskonzept für das Schloss erstellt. Seit dem Anbringen des Licht-schutzes an den Fenstern im Jahr 2009 erfolgt die Belüftung über eine Fensteröffnung nach exakten zeitlichen und klimatischen Vorgaben. Frage 7: Welche Gesamtkosten und Gesamteinnahmen sind jeweils in den letzten fünf Jahren für Schloss Neuschwanstein angefallen? Antwort: Gesamteinnahmen und Gesamtkosten für Schloss Neuschwanstein: Zahlen in Mio. € Gesamteinnahmen Gesamtkosten 2009 8,5 3,0 2010 9,4 3,0 2011 11,2 2,7 2012 12,2 3,8 2013 14,5 3,0

Thomas Mütze, 11.02.2014

Beantwortet: Staatsminister Dr. Markus Söder, MdL 17.03.2014

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