19. Dezember 2013 | Anfragen und Anträge | Thema: Umweltschutz | Region: Bayern

Anfrage

von Thomas Mütze

die Schriftliche Anfrage beantworte ich im Einvernehmen mit dem Staatsministerium des Innern, für Bau und Verkehr wie folgt: 1. Welches Gebiet ist an diesen Standorten genau von welchen Altlasten betroffen (Flurstücknummer und welcher genaue Teil davon)? Umgriff des Standorts Neuendettelsau Gesamtgelände: ca. 90 Flurstücke (untergeordnete Priorität) der Gemarkungen Neuendettelsau, Altendettelsau, Petersaurach, Schlauersbach. Munitionslagerung (Hauptschadensbereich): Fl.Nr. 1102 Gemarkung Neuendettelsau Sprengplatz Aying Fl.Nr. 1760, 1778, 1800, 2107 Gemarkung Peiß – 2 – Hainsacker Fl. Nr. 295, 297, 323, 324, 324/3, 326, 1004, 1044, 1094, 1062 Gemarkung Hainsacker Muna Straß Nördlicher Bereich von Fl.Nr. 88, Gemarkung Unterfahlheim, südlicher Bereich von Fl.Nr. 1247, Gemarkung Straß 2. Wann wurden die Schadstoffe analysiert, wie viele Bodenproben wurden vorgenommen und wurden Trinkwasseranalysen durchgeführt (wenn ja, wie viele und wann)? Untersuchungsjahr Anzahl Bodenproben Neuendettelsau 2002 (Fl.Nr. 1102) ca. 100 Hainsacker 2002, 2007-2009, 2011, 2013 ca. 65 Muna Straß 2004 / 2005 91 Trinkwasseranalysen wurden in Neuendettelsau, Hainsacker und Straß keine durchgeführt, da keine Wasserversorgungen betroffen sind. Beim Sprengplatz Aying sind für 2014 die orientierende Untersuchung und Rohwasseruntersuchungen geplant. 3. Warum sind die Gebiete „Sprengplatz Aying“, Hainsacker und „Muna Straß“ nicht im Altlastenkataster zu finden? Die Verdachtsstandorte „Neuendettelsau“, „Sprengplatz Aying“, „Hainsacker“ und „Muna Straß“ sind im behörden-internen bayerischen Altlastenkataster erfasst. In der Öffentlichkeitskomponente des Katasters erscheinen diese Standorte jedoch nicht, da es sich um Verdachtsstandorte handelt und nur gesicherte Daten für die Veröffentlichung gemäß Bay. UIG zugelassen sind. Der Standort „Hainsacker“ wird nach Abschluss der Sanierungsuntersuchungen vom Landratsamt für die Öffentlichkeitskomponente freigegeben. 4. Welche Schadstoffe, bzw. Altlasten in welchen Konzentrationen sind an den Standorten vorhanden (bitte mit Angabe des Schadstoffnamens, der Inhaltsstoffe und der Menge)? – 3 – Neuendettelsau: Der Hauptschadensbereich (Fl.Nr. 1102) wurde auf die folgenden Parameter analysiert: Hexogen, 2,4,6-Trinitrotoluol, 2,4,Dinitrotoluol, 2,6 Dinitrotoluol, Sb, As, Pb, Cr, Cu, Hg, MKW, PAK, Chlorbenzole, Nitroaromaten, Aromatische Amine. Die Analysenergebnisse lagen dabei überwiegend unter der Nachweisgrenze für die einzelnen Parameter bzw. im Spurenbereich. Die Darstellung sämtlicher Analysenergebnisse übersteigt den Rahmen der Anfrage; sie liegen bei der zuständigen Bodenschutzbehörde – dem Landratsamt Ansbach – vor und können dort eingesehen werden. Ergänzende Informationen müssten ggf. direkt von der Liegenschaftsverwaltung des Bundes eingeholt werden. Sprengplatz Aying: Siehe Antwort zu Frage 2. Hainsacker: I. W. handelt es sich bei den gefundenen Schadstoffen um Sprengstoffe (TNT, Hexogen) und deren Abbauprodukte. Es wird derzeit geschätzt, dass ein Großteil von den nach den Sprengungen im Boden verbliebenen ca. 1,2 Tonnen Sprengstoffen und deren Abbauprodukten heute noch vorhanden sein dürfte. Die Darstellung sämtlicher Analysenergebnisse übersteigt den Rahmen der Anfrage; sie liegen bei der zuständigen Bodenschutzbehörde – dem Landratsamt Regensburg – vor und können dort eingesehen werden. Muna Straß: Im Bereich der Sprengfelder wurden im Boden die sprengstoff- und pulvertypischen Verbindungen (TNT, ADNT, DNT, Hexogen, Phthalate) sowie Arsen, Blei und PAK festgestellt. Im Grundwasser wurde lediglich an einer Messstelle eine Überschreitung eines Prüfwertes festgestellt (4,9 μg/l Hexogen). Die Auflistung und Darstellung sämtlicher Analysenergebnisse übersteigt den Rahmen der Anfrage; sie liegen bei der zuständigen Bodenschutzbehörde – dem Landratsamt Neu-Ulm – vor und können dort eingesehen werden. 5. Mit welchen Mengen an zu entsorgendem bzw. zu behandelndem Material wird jeweils gerechnet? Neuendettelsau: Im derzeitigen Untersuchungsstadium können keine Aussagen über eine Sanierungserfordernis und über die Menge des dann ggf. zu entsorgenden Materials getroffen werden. Der Bund wurde vom Landratsamt Ansbach aufgefordert, den aktuellen Sachstand und die nächsten Schritte darzustellen. – 4 – Sprengplatz Aying: Siehe Antwort zu Frage 2. Hainsacker: Eine Sanierungsuntersuchung steht derzeit noch aus. Erste Abschätzungen für die Sprengplätze ergeben ca. 66.500 m³ bzw. 130.000 – 150.000 Tonnen Bodenmaterial. Muna Straß: Ob und ggf. welche Sanierungsmaßnahmen erforderlich sind, kann erst nach Abschluss des Grundwassermonitorings (frühestens Ende 2014) entschieden werden. Erst dann kann auch die Menge des ggf. zu entsorgenden bzw. zu behandelnden Bodenmaterials abgeschätzt werden. 6. Wie sieht die derzeitige Nutzung der genannten Altlasten aus (incl. Grundwasser)? Flächennutzung GwNutzung Neuendettelsau Wohnen, Gewerbe, Forstwirtschaft, Zollhundeschule keine Sprengplatz Aying Forstwirtschaft Wasserschutzzone III Hainsacker Forst- und Landwirtschaft, Naherholung keine Muna Straß Forstwirtschaft keine 7. Welche Sanierungsmaßnahmen sind jeweils erforderlich und wie hoch sind die Kostenschätzungen dafür? Neuendettelsau: Siehe Antwort zu Frage 5. Sprengplatz Aying: Siehe Antwort zu Frage 2. Hainsacker: Vor Abschluss der Sanierungsuntersuchungen können keine Angaben zu Methodik und Kosten der Sanierungsmaßnahmen gemacht werden. Muna Straß: Siehe Antwort zu Frage 5. – 5 – 8. Welche Sicherungsmaßnahmen sind jeweils auf den betroffenen Grundstücken vorhanden, sind die betroffenen Grundstücke frei zugänglich, wofür werden die Grundstücke im Moment genutzt und wer ist Eigentümer der Grundstücke? Zur Nutzung siehe Antwort zur Frage 6. Sicherungsmaßnahmen Grundstückseigentümer Neuendettelsau Einzäunung der Zollhundeschule (Fl.Nr. 1102) Private, Bund Sprengplatz Aying Keine Freistaat Bayern Hainsacker Keine Private, Stiftung Muna Straß Absperrung durch Schranken, Verbotsschilder Bund / BImA Mit freundlichen Grüßen Dr. Marcel Huber MdL Staatsminister

Thomas Mütze,

Beantwortet: Staatsminister Dr. Marcel Huber 13.12.2013

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