2. September 2013 | Pressemitteilungen | Thema: Bildungspolitik | Region: Aschaffenburg, Unterfranken
Pressemitteilungen Die von Staatsregierung und CSU Abgeordneten angekündigten Verbesserungen bei Planstellen und angestellten LehrerInnen scheinen nicht wirklich am Untermain anzukommen. Nicht einmal zwei Wochen vor Schulbeginn sind noch viele Stellen und damit Klassleitungen offen. Die Regierung von Unterfranken hat inzwischen eine zweite Welle an Onlinestellenangeboten ins Netz gestellt, weil es nicht genügend BewerberInnen auf die Stellen gibt. Auch die Wartelisten sind leergefegt. Nun droht es kurz vor Schulanfang zu grotesken Situationen zu kommen. Realschul- und Gymnasiallehrkräfte sollen in der Grundschule den Schülerinnen und Schülern Lesen, Schreiben und Rechnen beibringen, ohne in Ihrer Ausbildung je davon gehört zu haben. Mehrere Fälle aus der Region Bayerischer Untermain sind Thomas Mütze bekannt. Damit rächt sich, dass in den vergangenen Jahren frei gewordene Planstellen fast ausnahmslos durch befristete Angestelltenverträge ersetzt wurden. Eine Praxis, die von örtlichen CSU-Abgeordneten wie Berthold Rüth stets gutgeheißen wurde, deren Folge aber dramatisch ist: Jährliche Lehrerwechsel für die Kinder in den Grundschulen und eine Abwanderung von jungen Lehrkräften nach Hessen und Baden-Württemberg - Lehrkräfte, die jetzt fehlen! Ein Beispiel dafür ist aktuell die Expertin für das Unterrichten in jahrgangsgemischten Klassen im Lkr. MIL, die nun in BaWü eine Beamtenstelle angetreten hat. Die Verantwortung für diese Not trägt die Staatsregierung. Mütze: „Ich fordert sofortige Aufklärung über die Einstellungspraxis am Untermain, welche Planstellen zum jetzigen Zeitpunkt besetzt sind, wie viele angestellte Lehrkräfte am Untermain tätig sind und wie man verhindern will, dass schulartfremde Lehrkräfte auf Grundschulkinder losgelassen werden.“ Die Regierung muss doch zwei Wochen vor Schulbeginn für Sicherheit bei Schulleitern, Lehrkräften und Eltern sorgen. Mütze: "Sonst bleiben all die schönen Beruhigungsformeln der letzten Wochen nur Wahlkampfgetöse und Eltern müssen in der ersten Schulwoche überrascht feststellen, dass es für ihr Kind keine ausgebildete Lehrkraft gibt!"