18. April 2013 | Pressemitteilungen | Thema: Umweltschutz | Region: Bayern
Pressemitteilungen 17.4.2013. „Bauchgrimmen“ verursacht die heute vom Bayerischen Kabinett verabschiedete Kompensationsverordnung beim unterfränkischen Abgeordneten Thomas Mütze. „Für uns geht die Vermeidung von Eingriffen in die Natur vor deren Kompensation“, betont Mütze und benennt konkrete Kritikpunkte.

So stehe die angestrebte räumliche und zeitliche Entzerrung der Ausgleichsmaßnahmen in vielen Fällen dem Artenschutz entgegen: „Seltene Frösche können nicht einfach einen Landkreis weiter wandern oder zwei Jahre auf einen neuen Tümpel warten“, veranschaulicht Thomas Mütze. Bei der angestrebten Schonung ertragreicher Ackerböden, erkennen die Landtagsgrünen eine gewisse Ambivalenz: „Bei der Ausweisung von Gewerbegebieten, wenn Spitzenpreise gezahlt werden, verkaufen die Grundeigentümer ihre besten Böden oft bereitwillig“, so Thomas Mütze; bei naturschutzrechtlichen Ausgleichsmaßnahmen blieben diese indes schon heute außen vor. Kritik üben die Grünen darüber hinaus an der „Sündenbock-Rolle“, die Ausgleichsmaßnahmen beim Ausbau der Erneuerbaren Energien zugedacht werde. „Der Flächenbedarf ist bei Windkraftanlagen oder Freiflächenphotovoltaik tatsächlich verschwindend gering“, betont Thomas Mütze, „das wird von interessierter Seite aufgebauscht.“

Die Landtagsgrünen wollen die Kompensationsverordnung deshalb „genau prüfen“. Diese dürfe Eingriffe in die Natur nicht noch zusätzlich erleichtern, sondern müsse der Vermeidung und Minimierung des Flächenfraßes dienen.