15. Februar 2013 | Pressemitteilungen | Thema: Umweltschutz | Region: Unterfranken
Pressemitteilungen „Der europaweit vom Aussterben bedrohte Aal bedarf dringendster Maßnahmen um nicht binnen weniger Jahre aus unseren Flüssen zu verschwinden, aber die Staatsregierung nimmt den Aalschutz nicht ernst“ so der unterfränkische Abgeordnete Thomas Mütze. Obwohl die Staatsregierung zur Beantwortung seiner Schriftlichen Anfrage , die in Zusammenarbeit mit Jürgen Schaber von der Arbeitsgemeinschaft Main entstand, mehrmals um Verlängerung bat, ist die Antwort äußerst lückenhaft, unvollständig und in vielen Bereichen nichtssagend ausgefallen. Ein Hauptproblem, insbesondere für wandernde Aale, sind die Turbinen der Wasserkraftwerke. „Jede Turbine, die durchwandert werden muss“, so Mütze, „kostet einem Viertel der Aale das Leben.“ Vor allem wenn man in Betracht zieht, dass sich an den Gewässern I + II Ordnung im bayrischen Teil des Flusssystem Main auf einer Längen von 2225 Km exakt 1000 Wasserkraftwerke befinden, ist die Überlebensrate gleich Null. Inzwischen kennt man durch besenderte Tiere die Hauptwanderzeit, die am Main etwa einen Monat ausmacht. Genau in dieser Zeit könnte man die Wasserkraftwerke so betreiben, dass keine Aalverluste auftreten. Dass zwölf Jahre nach in Kraft treten der Europäischen Wasserrahmenrichtlinie, die eine Durchgängigkeit der Flüsse für Fische fordert und fünf Jahre nach in Kraft-Treten der EU-Aalschutzverordnung gerade einmal ein Drittel der über 30 bayerischen Main-Wasserkraftwerke der Eon das Problem Aalschutz angehen, zeigt dass die Staatsregierung das Thema komplett verschlafen und ignoriert hat und mehr oder weniger darauf hofft, dass die Fischer Druck auf die Eon ausüben, um dort mit freiwilligen Maßnahmen zu mehr Aalschutz zu kommen. „Auch das Monitoring, bei dem scheinbar die Mortalität der Aale keine Rolle spielt, zeigt kein großes Engagement staatlicher Stellen“, empört sich der Grüne Abgeordnete Thomas Mütze. Ignoriert wird von der Staatsregierung auch eine weitere Bedrohung der Aale, die sprunghafte Zunahme der Waller, die eigentlich im Main nicht heimisch sind. Als Räuber dürften sie einen nicht unerheblichen Einfluss auf die Aalpopulation haben. Auch bei den Artenhilfsprogrammen für Fischarten erhärtet sich der Eindruck, dass das Agrarministerium darunter nur den künstlichen Besatz dieser Arten versteht. Nur so lässt sich erklären, dass die Staatsregierung bei den Artenhilfsprogrammen für Fische im bayerischen Maingebiet auch die Renke, den Hecht, das Rotauge und die „Fischarten“ Edelkrebs und Flussperlmuschel aufführt. Mütze: „Ein Artenhilfsprogramm sollte aber mehr sein und sich auch um den ökologischen Zustand des Lebensraumes und die natürliche Fortpflanzung im jeweiligen Gewässer kümmern.“