7. Januar 2013 | Anfragen und Anträge | Thema: Bildungspolitik | Region: Aschaffenburg

Anfrage

von Thomas Mütze

„Situation der Lehrerinnen und Lehrer in Unterfranken“

Thomas Mütze, 14.11.2012

Beantwortet: Staatsminister Dr. Ludwig Spaenle 20.12.2012

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Frage 1: Wie viele Lehrkräfte (Grund- oder Mittelschule, getrennt) aus Unterfranken haben eine ihnen angebotene Planstelle angenommen bzw. abgelehnt? Antwort: Nach Auskunft der zuständigen Regierungen haben zum Schuljahr 2012/2013 59 Lehrkräfte der Grundschule und 39 Lehrkräfte der Mittelschule, die in Unterfranken ihre Ausbildung absolvierten, eine ihnen angebotene Planstelle angenommen. Zusätzlich wurden vier Lehrkräfte der Grundschule und eine Lehrkraft der Mittelschule mit Ausbildung in Unterfranken mit einem sog. Supervertrag mit der Zusage der Verbeamtung angestellt. Acht Lehrkräfte der Grundschule und fünf Lehrkräfte der Mittelschule haben eine ihnen angebotene Planstelle abgelehnt. Bayerisches Staatsministerium für Unterricht und Kultus – 2 – Frage 2: Wie viele Lehrkräfte (Grund- oder Mittelschule, getrennt) haben einen Angestelltenvertrag in Unterfranken / am Bayer. Untermain angeboten bekommen bzw. diesen angenommen Antwort: Zum Schuljahr 2012/2013 haben nach Auskunft der zuständigen Regierung von Unterfranken insgesamt 139 Grundschullehrer und 22 Mittelschullehrer einen Angestelltenvertrag in Unterfranken angeboten bekommen, davon haben 120 Grundschullehrer und alle Mittelschullehrer den Angestelltenvertrag angenommen. Grundsätzlich werden Angestelltenverträge durch die zuständigen Regierungen für den gesamten Regierungsbezirk angeboten, das Vertragsangebot begrenzt sich nicht auf eine bestimmte Region. Aus den gegebenen Möglichkeiten (z. B. Einstellungen, Versetzungen, Arbeitsverträge) nimmt die Regierung die Besetzung der freien Stellen auf die Schulamtsbezirke vor. In der Planungsregion Bayerischer Untermain wurden 64 Stellen für Lehrkräfte der Grundschule und 20 Stellen für Lehrkräfte der Mittelschule auf der Basis eines Angestelltenvertrags vergeben. 17 Lehrkräfte der Grundschule lehnten das Angebot, am Bayerischen Untermain zu arbeiten, ab. Frage 3: Wie hoch bzw. wie problematisch ist die Fluktuation in den Grund- und Mittelschulen am Bayer. Untermain Antwort: Von 202 Versetzungsanträgen, die innerhalb Unterfrankens in andere Regionen gestellt wurden, stammen 123 Anträge von Lehrkräften, die in der Region des Bayerischen Untermains unterrichten, 13 Antragsteller konnten versetzt werden. Die Region des Bayerischen Untermains mit den Schulamtsbezirken Aschaffenburg und Miltenberg liegt an der Peripherie des Regierungsbe- 3 – zirks Unterfranken. Demzufolge gibt es kaum Bewerbungen von Lehrkräften für diese Schulamtsbezirke. Um die Versorgung sicherzustellen, müssen jedes Jahr Lehrkräfte mit anderen Einsatzwünschen dort eingesetzt werden. Da Unterfranken einen erheblichen Schülerrückgang verzeichnet, verbleiben aus der Gruppe der einzustellenden Bewerber zumeist nur verheiratete Lehrkräfte im Regierungsbezirk. Soweit solche Lehrkräfte am Bayerischen Untermain eingesetzt werden, dort jedoch nicht wohnen, streben diese regelmäßig eine Versetzung in die Nähe ihres Wohnortes an. Diese Situation begründet primär den häufigen Wechsel von Lehrkräften. Die Situation einer hohen Fluktuation ergibt sich ähnlich auch in einigen anderen Schulamtsbezirken, die in der Peripherie Bayerns liegen und von den Lehrkräften wenig begehrt sind. Frage 4: Welche Maßnahmen sind zur Reduzierung der hohen Fluktuation in den Kollegien der GuM am BU möglich Antwort: Die in der Antwort zur Frage 3 beschriebene Situation wurde bereits mehrfach mit der Regierung von Unterfranken erörtert, aktuell in der Dienstbesprechung mit den Sachgebietsleitern für Personal am Staatsministerium im November 2012. Die Regierung setzt alles daran, Personal für den längerfristigen Verbleib zu gewinnen. Des Weiteren wurde im November 2012 am Staatsministerium eine Arbeitsgruppe mit Vertretern aus allen Ebenen der Schulaufsicht eingerichtet, die auch unter anderem die Fluktuation des Personals in der Region am Bayerischen Untermain erörtert.