6. Dezember 2012 | Pressemitteilungen | Thema: Energie | Region: Bayern
Pressemitteilungen 5.12.2012. Die Grünen hatten es geahnt: Horst Seehofers Träume von einem bayernweiten Netz kleiner Biogasanlagen sind von der Realisierbarkeit weit entfernt. Jetzt haben sie es auch Schwarz auf Weiß. Im Landwirtschaftsausschuss am Mittwoch musste Ministerialrat Rupert Schäfer eingestehen, dass bei der momentanen EEG-Einspeisevergütung der Anreiz für den Bau solcher Anlagen extrem gering sei. „Wieder einmal ein klassischer Rohrkrepierer des Ministerpräsidenten“, kommentiert der Aschaffenburger Abgeordnete Thomas Mütze. „Ohne die geringste Ahnung der Rahmenbedingungen, hat er sich ein naives Bild von der Energiewende gemalt, wie man es sonst nur in bunten Kinderbüchern findet.“

Tatsächlich – so ergab der Ministeriumsbericht auf Antrag der Grünen – wurden 2012 von den durch Seehofer geforderten Anlagen im Leistungsbereich zwischen 50 und 75 Kilowatt weniger als ein Dutzend gebaut. Seehofer träumte von bis zu 2.400. Anreize zu deren Bau könnten allenfalls eine höhere EEG-Einspeisevergütung oder eine Investitionsförderung schaffen. Beides aber ist nicht vorgesehen. Stattdessen will man sich laut Ministerialbericht auf „Ertüchtigungen im Anlagenbestand“ konzentrieren – also die Energiespeichermöglichkeiten ausbauen. Und laut gestrigem Kabinettsbericht setzt die Staatsregierung jetzt auch auf Erd- statt Biogas, mit allen schädlichen Folgen für Umwelt und Klima. „Statt gspinnerter Träumereien bräuchten wir einmal konkrete Fahrpläne, wie wir die Energiewende in Bayern umsetzen wollen“, fordert Thomas Mütze