5. Dezember 2012 | Pressemitteilungen | Thema: Bildungspolitik | Region: Bayern
Pressemitteilungen 04.12.2012. Die Grünen im Bayerischen Landtag kritisieren die nach wie vor herrschende Bildungsungerechtigkeit in Bayern. „Der Bildungsbericht zeigt, dass immer noch vor allem für Schülerinnen und Schüler mit Migrationshintergrund keine Durchlässigkeit gegeben ist“, erklärt der unterfränkische Abgeordnete Thomas Mütze und verweist auf spätere Einschulung und eklatant niedrige Übertrittsquoten auf Realschulen und Gymnasien. Auch an den Mittelschulen erreichten weniger den M-Abschluss, außerdem werde die zweite Übertrittsmöglichkeit in die Sekundarstufe I deutlich weniger von Migrantenkindern wahrgenommen. „Fakt ist, über die gesamte Schullaufbahn gelingt es dem bayerischen Schulsystem nicht, die schlechteren Startchancen der Migrantenkinder auszugleichen. Dass Bayern ein Einwanderungsland ist, ist in der schwarz-gelben Bildungspolitik offenbar immer noch nicht angekommen.“

Die Landtagsgrünen fordern für den nächsten bayerischen Bildungsberichts auch regionale Zahlen einfließen zu lassen. „In Bayern gibt es große regionale Unterschiede zwischen den Leistungen der Schülerinnen und Schülern“. So schnitten in den großen Städten z.B. SchülerInnen in der Grundschulstudie VERA schlechter ab, als in ländlichen Räumen; gleichzeitig sei in den Städten die Übertrittsquoten ins Gymnasium höher. „Wenn es regional so große Unterschiede gibt, muss man in die regionale Bildungsberichterstattung einsteigen, denn in den Zahlen bildet sich die zunehmende soziale Spaltung dieser Gesellschaft ab“, so Thomas Mütze.