29. November 2012 | Anfragen und Anträge | Thema: Verkehr | Region: Bayern

Anfrage

von Thomas Mütze

Wie kann die Nutzung des ÖPNV für junge Menchen interessanter gemacht werden

Thomas Mütze, 07.09.2012

Beantwortet: Staatssekretärin Katja Hessel, MdL 20.11.2012

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Frage 1: Was wird bisher seitens der Staatsregierung unternommen, die Nutzung des ÖPNV für Jugendliche und junge Erwachsene attraktiver zu gestalten, nachdem die Bayerische Staatsregierung alle Bemühungen unterstützt, die Verfügbarkeit des ÖPNV insbesondere im ländlichen Raum weiter zu stärken und grundsätzlich die Attraktivität für junge Menschen als zukünftige Nutzer zu steigern (siehe Bayerische Klimaallianz zwischen Bayerischer Staatsregierung und BJR vom 22. Juli 2010)? Die Bayerische Staatsregierung hat seit der Übernahme der Zuständigkeit für den Schienenpersonennahverkehr im Zuge der Regionalisierung das Verkehrsangebot von 82 Mio. (im Jahr 1995) auf jetzt 116 Mio. Zugkilometer pro Jahr gesteigert. Flächendeckend ist weitgehend der Stundentakt realisiert, was insbesondere den jungen Menschen in den ländlichen Räumen ein erhebliches Mehr an Mobilität bringt. Die Zunahme an Attraktivität kommt auch im Anstieg der Fahrgastzahlen um 66% auf jetzt täglich 1,3 Mio. Bahnreisende zum Ausdruck. Frage 2: Wie steht die Staatsregierung zu dem Vorschlag eines bayernweiten Jugendtickets? Die Bayerische Eisenbahngesellschaft mbH (BEG) schließt mit den Eisenbahnverkehrsunternehmen Nettoverträge. Dies bedeutet, dass die Einnahmen in vollem Umfang den Verkehrsunternehmen verbleiben. Sie werden im Vorfeld einer Ausschreibung von den Bietern kalkuliert und bilden das wesentliche Element der Erlöskalkulation. Aus diesem Grund darf durch den Staat nicht in das Tarifgefüge eingegriffen werden. Die Tarife werden vielmehr von den Eisenbahnverkehrsunternehmen in eigener Verantwortlichkeit gebildet und der zuständigen Behörde lediglich zur rechtlichen Überprüfung vorgelegt. Nach Auskunft der DB Regio, die an der Tarifbildung im bayerischen Schienenpersonennahverkehr maßgeblich beteiligt ist, wird grundsätzlich die Strategie verfolgt, nicht für jede Zielgruppe ein eigenes Tarifangebot zu schaffen, sondern flexible Tarifangebote zu erstellen, die zielgruppenspezifisch vermarktet werden. Bereits heute wird das Schülerferienticket angeboten, das bayernweit allen Schülern bis 21 Jahren in den Schulferien eine sehr günstige Nutzung des SPNV ermöglicht. Darüber hinaus sind derzeit keine weiteren \“Jugendtarife\” in Planung. Frage 3: Welche möglichen rechtlichen Probleme bei der Umsetzung eines bayernweiten Jugendtickets sieht die Staatsregierung? Abgesehen davon, dass dieses nicht staatlich vorgegeben werden kann (vgl. 2.), keine. Frage 4: Wie könnte aus Sicht der Staatsregierung die Umsetzung aussehen? Tarife werden in eigener Verantwortung von den Eisenbahnverkehrsunternehmen entwickelt, bei denen sie gelten sollen. Die Tarifgenehmigung erfolgt nach Maßgabe des § 12 des Allgemeinen Eisenbahngesetzes (AEG). Frage 5: Wie günstig könnte so ein Jugendbayernticket angeboten werden? Der Staatsregierung liegen diesbezüglich keine Kalkulationen vor.